15.09.2011 Wirtschaft
Eine Stadt ist lebenswert, wenn sie attraktive und vielfältige Viertel bietet. Das ist der Ansatz des EU-Projektes “Managing District Centres in Northwest Europe“ (MANDIE). Das Projekt unterstützt seit drei Jahren benachteiligte Stadtteilzentren in Stuttgart mit Erfolg.
Stadtteilmanagement und wie kann man die angewandten Maßnahmen in andere europäische Länder übertragen? Über Fragen wie diese diskutieren internationale Entscheidungsträger und Experten heute im Stuttgarter Rathaus. Die Konferenz “Starke Stadtteilzentren für lebendige Städte“ richtet sich an Vertreter von Einrichtungen und Institutionen, die sich mit Stadtteilmanagement, Wirtschaftsförderung oder Stadtentwicklung befassen. Elf Partner aus Belgien, Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden haben unter Federführung der Landeshauptstadt erprobt, wie sie Stadtteilzentren stärken können. Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: “Stuttgart ist attraktiv, weil seine 23 Bezirke ihr eigenes Profil pflegen. Wir haben den Ehrgeiz auch weiterhin eine
lebenswerte Metropole zu sein, deswegen stärken wir die Bezirke. Zum Wohlfühlen in Stuttgart gehört, dass die Bürger direkt vor ihrer Haustüre alles finden, was sie zum Leben brauchen.“ Ines Aufrecht, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, sagt: “Dank MANDIE konnten wir zahlreiche nachhaltige Werbe- und Marketingkonzepte zur Stärkung der Kaufkraft gemeinsam mit den Handels- und Gewerbevereinen umsetzen. Dies trägt nachhaltig zur Stärkung der lokalen Kaufkraft in den Stuttgarter Stadtbezirken bei.“ So wurde zum Beispiel in Feuerbach ein Konzept für einen Ortsbus erarbeitet. Der Bus fährt auf einer festgelegten Route durch den Stadtteil und bietet Senioren oder Menschen mit Behinderungen mehr Mobilität im Stadtbezirk. Um Kunden zu binden, haben die Einzelhändler in Zuffenhausen eine neue Währung eingeführt: Der Zuffenhausener Taler ist ein Kundenbonus, der in den ansässigen Geschäften und Handwerksläden wieder eingelöst werden kann. In Mühlhausen geben Informationstafeln den Kunden Orientierung im Stadtteil. Weitere Themen der internationalen Abschlusskonferenz sind die Ergebnisse der anderen Projektpartner. Experten referieren über ihre Erfahrungen und Ansätze bei der Realisierung eines erfolgreichen Stadtteilmanagements. Auch die Chancen und Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit werden aufgezeigt und diskutiert. Michel-Eric Dufeil, Geschäftsführender Direktor in der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission, spricht über die Bedeutung der Städte in der neuen territorialen Kohäsionspolitik der EU und Dr . Frank Speier, Referatsleiter “Europäische Wirtschaftspolitik“ im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, über den “Mehrwert europäischer Projekte“.


