29.03.2011 Umwelt
Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt, der Mammut-Verlag aus Leipzig sowie lokale Gewerbetreibende haben einen neuen Friedhofswegweiser für die Stadt Stuttgart entwickelt. Die Broschüre wird in einer Auflage von 35 000 Stück verteilt. Der Inhalt besteht aus Lageplänen, geschichtlichen Daten, Anfahrtsbeschreibungen und hilfreichen Informationen rund um das Thema Friedhofskultur und Bestattung. Ein Anzeigenteil informiert über die Gewerbetreibenden in diesem Wirtschaftszweig. Ab dem 4. April liegen die kostenlosen Hefte bei den beteiligten Fachbetrieben, in den Bezirksrathäusern, der Infothek im Rathaus, beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt und den Betrieben Wald-, Prag- und Hauptfriedhof aus.
“Im neuen Friedhofswegweiser finden sich wichtige Informationen zu allen Friedhöfen in Stuttgart. Sie umfassen insgesamt eine Fläche von über 200 Hektar, auf der sich rund 156 000 Grabstätten befinden“, so Volker Schirner, Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts. Die Friedhofskultur in Stuttgart sei innerhalb Deutschlands vorbildlich und von besonderer Bedeutung. Insbesondere der Hoppenlaufriedhof, der Pragfriedhof, der Waldfriedhof und der Hauptfriedhof zeigten ganz unterschiedliche Gestaltungstypen und dokumentierten die Stadtgeschichte.
Man kann die stillen Grünanlagen auch als offene Geschichtsbücher bezeichnen. Gräber bedeutender Persönlichkeiten, wie das des Dichters Wilhelm Hauff auf dem Hoppenlaufriedhof oder die letzte Ruhestätte von Erwin Schöttle, Bundestagsvizepräsident und Ehrenbürger der Stadt Stuttgart, auf dem Waldfriedhof dokumentieren, dass in Stuttgart viele engagierte und für die Entwicklung Deutschlands bedeutsame Menschen gelebt haben. Aber auch aktuelle Themen findet der Besucher zum Beispiel auf dem Neuen Friedhof Weilimdorf. Hier können unter alten, stattlichen Bäumen Urnen beigesetzt werden.
Auf dem Pragfriedhof wurden im vergangenen Jahr die Trauerräume der Öffentlichkeit übergeben. Darin finden Menschen, die sich mit dem Thema Sterben und Tod auseinandersetzen möchten, Unterstützung. Bereits im Jahr 2008 wurden auf dem Hauptfriedhof Rasengräber angelegt, und im Jahr 2003 wurde auf dem Pragfriedhof das Grabfeld für die “Kleinsten der Kleinen“ geschaffen. Die Fläche ist Fehlgeborenen vorbehalten, die mit unter 600 Gramm Gewicht geboren wurden. Zweimal jährlich findet hier eine Andachtsfeier mit anschließender Beisetzung gemeinsam mit den Eltern statt.
“Es ist uns ein großes Anliegen, den Besucherinnen und Besuchern der Friedhöfe eine übersichtliche Broschüre, die alles Wissenswerte rund um das Thema Bestattung und Friedhofskultur dokumentiert, in die Hand zu geben. Ich möchte mich bei der Stadt Stuttgart für die Mitarbeit und Unterstützung für diese hilfreiche Broschüre bedanken. Die Fachbetriebe des Wirtschaftszweiges Bestattungswesen haben mit ihren Anzeigen einen großen finanziellen Beitrag zum Gelingen dieses Werkes geleistet“, so Günter Meyer vom Mammut-Verlag.


