24.03.2011 Umwelt
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Weltweit soll damit die Bedeutung der Wälder und ihrer Bewirtschaftung für eine nachhaltige Entwicklung vermittelt werden. Stuttgart beteiligt sich am Jahr der Wälder mit über 55 Veranstaltungen zwischen März und Oktober. Höhepunkt ist das Waldwochenende am 30. und 31. Juli rund um das Bärenschlößle im Westen von Stuttgart.
Zahlreiche Veranstaltungen
Bürgermeister Dirk Thürnau hat am Donnerstag, 24. März, dort das Jahresprogramm und den Veranstaltungsflyer vorgestellt. Auf dem Programm stehen unter anderem märchenhafte Waldspaziergänge für Erwachsene und Kinder, Nachtwanderungen durch den Wald, das Schnitzen von Fantasietieren und Arbeitseinsätze im Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark. Beim Waldwochenende im Juli wird außerdem eine Vielzahl an Mitmachaktionen, Infoständen und Führungen geboten. Zusätzlich will man die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Waldbewirtschaftung und das Produkt Holz lenken.
Die Bedeutung des Waldes
“Der Wald in Stuttgart ist für die Menschen von allergrößter Bedeutung. Durch die multifunktionale, naturnahe Waldbewirtschaftung sorgt das Forstamt dafür, dass auch in Zukunft alle Funktionen des Waldes sichergestellt sind“, erklärt Bürgermeister Thürnau. “So kann in Stuttgart täglich beobachtet werden, dass Naturschutz, Holznutzung und Erholung nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern im Gegenteil sehr gut in Einklang gebracht werden können.“
Mit dem Programm zum Internationalen Jahr der Wälder will man “die Bürger über den Stuttgarter Wald informieren und spannende Einblicke in das Ökosystem Wald und die Arbeit des Forstamtes gewähren“, sagte Thürnau weiter. Viele Akteure gestalten das Programm mit. Neben dem Forstamt Stuttgart sind auch das Haus des Waldes als waldpädagogische Schwerpunkteinrichtung des Landesbetriebs ForstBW und zahlreiche Vereine dabei. Der Veranstaltungsflyer liegt an der Infothek im Stuttgarter Rathaus sowie im Garten-, Friedhofs- und Forstamt aus. Im Internet ist er unter www.stuttgart.de/wald zu finden.
“Wir hoffen auf viele Interessierte, die es besonders in diesem Jahr in unsere Wälder und zu unseren Veranstaltungen führen wird“, sagte Bürgermeister Thürnau. Ihm liege besonders am Herzen, die Bevölkerung auf den Einklang von Naturschutz, Waldbewirtschaftung und Erholung aufmerksam zu machen.
Der Wald als Naherholungsfläche und Rohstofflieferant
Die Landeshauptstadt ist zu 24 Prozent bewaldet. Damit ist der Wald die größte Naherholungsfläche in Stuttgart, auf der gleichzeitig der Rohstoff Holz erzeugt wird. Außerdem dient der Wald in Stuttgart der Produktion von Sauerstoff und Frischluft, dem Immissions- und Lärmschutz, der Wasserproduktion und ist ein wichtiger Kohlestoffspeicher. Weiterhin bietet er einen vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Das Waldwegenetz in Stuttgart verläuft über 250 Kilometer befestigte Waldwege. Es beinhaltet vielfältige Erholungseinrichtungen wie Bänke, Grillhütten, und Spielplätze und ermöglicht nicht nur den Stuttgartern, sich im hiesigen Wald zu erholen. Informationstafeln entlang der Wege geben Auskunft über deren Verlauf und ihre Geschichte.
Eine wichtige Aufgabe des Stuttgarter Waldes ist auch seine Funktion als Produzent des Rohstoffes Holz. In der Landeshauptstadt werden jährlich bis zu 30 000 Kubikmeter Holz geschlagen und an die weiterverarbeitende Industrie vor allem in Baden-Württemberg verkauft. Aus dem Holz werden zum Beispiel Dachbalken, Parkettböden, Stühle, Tische, Hygiene- und Zeitungspapier sowie Weinfässer hergestellt. Auch als Energielieferant und Brennholz für den heimischen Ofen wird das Holz aus dem Stuttgarter Wald genutzt.
Die Betreuung des Waldes durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt betreut mit insgesamt 50 fachlich ausgebildeten Mitarbeitern die rund 4700 Hektar Waldflächen im Eigentum der Stadt und des Landes Baden-Württemberg auf Stuttgarter Gemarkung. Die gute fachliche Qualität der Arbeit des Forstamtes wird durch das weltweit anerkannte PEFC-Zertifikat für nachhaltige und ökologische Waldbewirtschaftung bescheinigt.
In Deutschland hat Bundespräsident Christian Wulff die Schirmherrschaft über die Aktionen im Rahmen des Internationalen Jahrs der Wälder übernommen, in Baden-Württemberg Ministerpräsident Stefan Mappus. Das Stuttgarter Programm wird gemeinsam von der Landeshauptstadt Stuttgart sowie dem Haus des Waldes und der Abteilung Forstamt vom Landesbetrieb ForstBW getragen.


