Jetzt ist ein weiterer
wichtiger Schritt zur Rettung des Gebäudes getan: am Mittwoch, 30. Juni, haben
Bettina Dix-Pfefferkorn, die Enkelin des Künstlers und bisherige Eigentümerin des Anwesens
am Bodensee, und der Verein »Otto-Dix-Haus-Stiftung e.V.« im Notariat Radolfzell
den Kaufvertrag unterzeichnet. Damit ist der Weg frei zur Instandsetzung des
Anwesens, in dem der weltberühmte Maler Otto Dix von 1936 bis zu seinem Tod 1969 gelebt
und gearbeitet hat. Die notwendigen Baumaßnahmen sollen zeitnah beginnen. Danach
wird das Kunstmuseum Stuttgart das Otto-Dix-Haus als Außenstelle übernehmen.
»Es ist geschafft«, erklärt Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster,
»trotz der allgemein schwierigen Finanzlage ist es uns in einer gemeinsamen Anstrengung
gelungen, eine tragfähige Finanzierungsvereinbarung zu schließen, die den
Erwerb dieses kulturhistorisch bedeutenden Gebäudes durch den Verein ermöglichte.
« Demnach stellt die Stiftung Kunstmuseum Stuttgart gGmbH als Tochter der
Landeshauptstadt Stuttgart dem Verein einen Betrag in Höhe von 250.000 Euro zur
Verfügung; die Gemeinde Gaienhofen, vertreten durch Bürgermeister Uwe Eisch,
stellt 150.000 Euro bereit; der Landkreis Konstanz beteiligt sich mit 50.000 Euro am
Erhalt des Otto-Dix-Hauses; hinzu kommen private Spenden durch die beiden Unternehmer
Kurt-Josef und Kai Uwe Michels in Gesamthöhe von 150.000 Euro.
»Die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Stuttgarter Kunstmuseum garantiert
höchste Qualität und wird einen weiteren Kulturmagneten am Untersee im Landkreis
Konstanz schaffen«, freut sich der Konstanzer Landrat und Vorsitzende des Vereins
Otto-Dix-Haus-Stiftung e.V.,Frank Hämmerle, und betont, dass »die bisherige Eigentümerin
dem Verein mit der Kaufsumme entgegengekommen ist, um einen Beitrag
zum Erhalt dieses wundervollen Anwesens zu leisten«. Gemeinsam mit Stuttgarts
Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, und dem privaten
Stifter Kurt-Josef Michels unterzeichnete er im Namen des Vereins am Mittwoch,
30. Juni, den Kaufvertrag. Um das seit Jahren sanierungsbedürftige Haus zu
retten und dauerhaft als Ausstellungs- und Dokumentationsstätte erhalten zu können,
sind zudem weitreichende Erhaltungs- und Umbaumaßnahmen erforderlich. Dabei
werden die für den Betrieb eines Museums notwendigen Erfordernisse wie eine
teilweise Klimatisierung oder der Einbau eines Sicherheitssystems berücksichtigt.
»Zur endgültigen Finanzierung des Umbaus werden wir jetzt gemeinsam mit dem
Landkreis potentielle Sponsoren ansprechen«, kündigte Oberbürgermeister Dr.
Wolfgang Schuster an.
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll das Kunstmuseum Stuttgart, das über
die weltweit bedeutendste Otto Dix-Sammlung verfügt und sich durch seine Ausstellungstätigkeit
und intensive Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers zu einem
kunsthistorischen Forschungszentrum entwickelt hat, den Betrieb des ehemaligen
Atelier- und Wohnhauses übernehmen. Das Stuttgarter ›Mutterhaus‹ wird von
da an die Dependance am Bodensee kuratorisch, restauratorisch, technisch, administrativ
und öffentlichkeitswirksam betreuen, wobei die Mitglieder des ortsansässigen
Fördervereins weiterhin aktiv einbezogen werden. »An dieser Stelle sei dem
Förderverein, der das Otto-Dix-Haus bislang aus eigener Kraft und mit viel Engage3
ment betrieben hat, ganz ausdrücklich gedankt«, betonte Kulturbürgermeisterin Dr.
Susanne Eisenmann, der das Projekt als Stiftungsratsvorsitzende des Kunstmuseum
Stuttgart, Vorstandsmitglied des neu gegründeten Vereins »Otto-Dix-Haus-Stiftung«
sowie Kuratoriumsmitglied des Fördervereins besonders am Herzen liegt.
Dr. Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart, ist überzeugt, dass »die
Angliederung des Otto-Dix-Hauses an das Kunstmuseum Stuttgart einen wesentlichen
Beitrag zur Pflege des Andenkens an diesen wichtigen deutschen Künstler leistet
«. Bereits unter ihrer Vorgängerin Dr. Marion Ackermann auf den Weg gebracht,
hat die neue Museumsleitung das Projekt von Anfang an unterstützt, da es eines ihrer
erklärten Ziele ist, in Zukunft vermehrt mit den Stärken der Sammlung zu arbeiten.
»Für 2012 planen wir eine große Sonderausstellung zum Thema ›Otto Dix und
die Neue Sachlichkeit‹«, so Groos, »die Übernahme des Dix-Hauses wird die Bedeutung
des Kunstmuseum Stuttgart als wichtigen Ort der Forschung zu diesem herausragenden
Künstler weiter stärken.«


