Wenn im Frühling die Nächte mild und regnerisch werden, wandern Erdkröten und Grasfrösche wieder zu Tausenden aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Aber auch andere Amphibien wie der Bergmolch oder der Feuersalamander brechen zum Nachwuchszeugen zu den Gewässern auf, in denen sie auf die Welt kamen. Dabei müssen die Tiere häufig Straßen überqueren. Viele von ihnen werden dabei überfahren.
Deshalb errichtet das Garten-, Friedhofs und Forstamt Zäune an den Stellen, an denen mehrere hundert bis tausend Tiere erwartet werden. Diese Schutzzäune dienen nicht nur dem Artenschutz, sondern auch der Verkehrssicherheit. Die wandernden Amphibien fallen an den Hindernissen in Eimer. Die Helfer des Naturschutzbundes Stuttgart kontrollieren die Wanderstrecken und tragen die Tiere morgens über die Straße. Für diese Tätigkeit sucht der Naturschutzbund Stuttgart (NABU) noch freiwillige Mitarbeiter unter der Telefonnummer 626944.
Außerdem werden verkehrsbehördliche Maßnahmen getroffen. Beim Kreisel an der Magstadterstraße/Mahdentalstraße wurden beispielsweise dauerhafte Leiteinrichtungen gebaut, durch die die Amphibien die Straße unbeschadet passieren.
Nützliche Amphibien sind in ihrer Existenz bedroht und müssen besonders geschützt werden. Deshalb bittet Umweltbürgermeister Matthias Hahn die Autofahrer, von Februar bis April auf die wandernden Amphibien zu achten. „Fahren Sie bitte auf den betreffenden Straßenabschnitten langsam und gerade bei Regen besonders vorsichtig – auch mit Rücksicht auf die Helfer, welche die Straße ebenfalls überqueren müssen.“ Im Einzelfall empfehle es sich, für einige Tage von der üblichen Route abzuweichen und auf einer anderen Straße zu fahren.
Die folgenden Straßen queren die Wanderstrecken und sind durch das Gefahrzeichen „Krötenwanderung“ gekennzeichnet: im Bereich des Rot- und Schwarzwildparks die Solitudestraße, die Magstadter Straße, die Mahdentalstraße sowie die Falkenstraße bei Möhringen-Sonnenberg und die Frauenkopfstraße in Stuttgart-Ost. Untergeordnete Wege und Verbindungsstraßen befinden sich am Oeffinger Scillawald, am Grünen Heiner und an der Zufahrt zum Sportplatz Uhlbach sowie im Bereich der Gustav-Barth-Straße in Heumaden. Weitere Wanderstrecken in Stuttgart, die betroffen sind: Onstmettinger Weg in Möhrigen, Roßhaustraße in Degerloch, Wernhaldenstraße in Stuttgart-Süd, Hintere Weingärten in Heumaden, Christian-Belser-Straße in Kaltental, Musberger Straße in Vaihingen und die Greutter Straße in Weilimdorf. Erstmals wird beim Robert-Bosch-Krankenhaus zeitweise gesperrt. Außerdem können die Bachhalde und Teile der Blankensteinstraße im Naturschutzgebiet „Unteres Feuerbachtal“ zwischen Mühlhausen und Zazenhausen an rund 15 Tagen temporär nicht befahren werden. Der Bus fährt nachts einen Umweg. Hauptsächlich sind die Arten gefährdet, die ihrem Laichplatz treu sind und bei günstigem Wetter in großer Zahl wandern. Zu diesen zählen Erdkröten, Grasfrösche, Springfrösche und einzelne Molcharten.


